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Kochshows im deutschen Fernsehen: vom Profi bis zum C-Promi

Kochshows
Nichts ist im deutschen Fernsehen populärer als die Kochshow. Wer möchte, kann vom frühen Morgen bis zum Abend eine Kochshow nach ander anderen ansehen, unterbrochen nur vom kurzen Intermezzo am eigenen Herd oder dem Bestellen beim Lieferservice. Grund genug, einmal einen Blick auf die Kochshows und Fernsehköche zu werfen, die den Stein ins Rollen brachten.

Clemens Wilmenrod bittet zu Tisch


Für die einen ist er der geniale Schöpfer des Toast Hawaii, für die anderen der Erfinder der Schleichwerbung: Clemens Wilmenrod. Der erste deutsche Fernsehkoch war ein erfolgloser Schauspieler, der die Gunst der Stunde für sich zu nutzen wusste und sein Publikum ab 1953 bestens unterhielt. Einfachen Gerichten verlieh er klangvolle Namen wie „Arabisches Reiterfleisch“ und brachte so in die deutschen Küchen einen Schwung dringend benötigter Exotik. Im Nachkriegsdeutschland waren Träume von der großen weiten Welt begehrt, und Clemens Wilmenrod verkaufte diese Träume. 11 Jahre lang kochte er theatralisch als „Bundesfeinschmecker“, bis ihn seine für heutige Maßstäbe eher ungeschickte Schleichwerbung zu Fall brachte. Nach einem Enthüllungsbericht im Spiegel verlängerte der Sender die Abstände zwischen seinen Auftritten und nahm seine Kochsendung schließlich ganz aus dem Programm. Trotz seines unrühmlichen Abgangs aus der Fernsehlandschaft bleibt Clemens Wilmenrod der Vater der deutschen Fernsehköche.

Max Inzinger kocht in der Drehscheibe


In den 1970er Jahren kochte Max Inzinger im deutschen Fernsehen. Zu seinem Markenzeichen wurde der Spruch „Ich habe da schon mal was vorbereitet“, denn er wandte sich aufwendigeren Gerichten zu, die sich in der relativ kurzen Sendezeit nicht komplett zu bereiten ließen. Der berühmte Satz ist auch heute noch, leicht ironisch, von Profi- und Amateurköchen im TV zu hören. Inzinger gebührt vor allem das Verdienst, frische Zutaten in deutsche Küchen gebracht zu haben. Auf seiner Speisekarte standen Salate und Vollkornprodukte, denn nach der kalorien- und fettreichen Küche der Nachkriegsjahre war in den 70ern die Zeit für Fitness und Gesundheit angebrochen. Er war der erste Profikoch im deutschen Fernsehen und nahm bis 1982 Einfluss auf die Kochgewohnheiten seiner Zuschauer. Nach seiner Karriere auf dem Bildschirm machte er weiter von sich reden, allerdings eher im negativen Sinne. Konkurs, Haftbefehle wegen Betrugs und Geldstrafen mündeten in Sensationsmeldungen der Boulevardpresse wie „Inzinger am Grab seiner Mutter verhaftet“. Heute ist er angeblich in Südafrika ansässig und berät (ebenfalls angeblich) die FIFA.

alfredissimo!


Alfred Biolek mit seiner Mischung aus Kochen, Philosophieren und dem in verschiedenen Graden der Ekstase gehauchten „Mhmmmmm“ war der Grandseigneur der Kochshows. Die einen liebten seinen direkten, unverfälschten Umgang mit den Nahrungsmitteln, die anderen fanden es schlicht unprofessionell, wie oft der Löffel genüsslich abgeleckt wurde. Fest steht, dass Biolek selbst als Amateur in der Küche auf hohem Niveau kochte und mit seinen prominenten Gästen sehr entspannt umging. Von Campino bis zu Alice Schwarzer, es gibt kaum einen echten Prominenten, der in den 90ern nicht bei alfredissimo! zu Gast war und eines seiner Rezepte preisgab. Der Erfolg der Sendung beruhte zu gleichen Teilen auf der Persönlichkeit Bioleks, der den begeisterten Umgang mit Lebensmitteln zelebrierte, und den respektvoll behandelten Gästen. Und obwohl während der Sendung eifrig Wein verkostet wurde, wahrten alle Beteiligten stets die Contenance, und das 12 Jahre lang.

Kochen bei VOX


Der Fernsehsender VOX trat Ende der 1990er Jahre an den Start mit einer Mischung aus Spiel- und Kochshow, die Furore machte. Im Kochduell traten zwei Laien gegeneinander an, unterstützt von wechselnden Profiköchen, eine Jury beurteilte das Ergebnis. Der Clou der Sendung lag im begrenzten Budget, das für die Zutaten aufgewendet werden durfte, und in der häufig sehr merkwürdigen Kombination dieser Zutaten. Sowohl der Profikoch als auch der Laie mussten improvisieren und standen zudem noch unter Zeitdruck. Von 1997 bis 2005 lief die Sendung mit großem Erfolg, der sich in zahlreichen Kochbüchern zur Sendung und in der wachsenden Bekanntheit der Profiköche wie beispielsweise Sante de Santis, Frank Buchholz und Alexander Herrmann niederschlug. Streitig gemacht wurde dem Kochduell der werktägliche Sendeplatz dann im März 2004 von Tim Mälzers Sendung Schmeckt nicht gibt´s nicht, die bis heute zu den besten Kochsendungen überhaupt gehört. In einer halben Stunde brachte der begeisternde Küchenbulle Tim Mälzer seine Idee vom Kochen unter die Leute: stets mit frischen Zutaten, unkompliziert und an die Hausmannskost angelehnt, die fast jeder Zuschauer schätzte. Tim Mälzer ist der sympathische Fernsehkoch, der Deutschland ein unverkrampftes und verspielteres Kochen nahegebracht hat.

Und was köchelt heute in den Fernsehtöpfen?


In der Fernsehlandschaft steht heute vom Profi bis zum C-Prominenten jeder am Herd, der in der Lage ist, einen Kochlöffel zu halten (oder auch nicht, ich erinnere mich an ein „Promidinner“ mit Britt Hagedorn, in der sie sich kaum in der eigenen Küche zurechtfand). Vom Restaurant-Retter bis zum Wettkochen in der Primetime, das Kochen und das Philosophieren über das soeben Gekochte steht heute beinahe so hoch in der Zuschauergunst wie das Singen. Und obwohl diese Welle des Kochens viele Pseudo-Experten ins Rampenlicht stellt, kann man zumindest eines nicht als schlecht abtun: Es wird wieder mehr experimentiert in deutschen Küchen und mit Leidenschaft gekocht. Das kann so schlecht nicht sein. Und wenn´s mal nicht klappt mit dem selbst kreierten Rezept, dann ist das auch nicht weiter tragisch. Denn auf pizzeria.de stehen Ihnen viele Lieferdienste zur Verfügung, die sich über Ihre Online-Bestellung freuen und Sie schnell beliefern.

Autor: Gunda Plewe

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